Das Projekt und der Historische Hintergrund
Der historische Kontext
Das Gebäude, das später als Kunsthaus Tacheles weltberühmt wurde, wurde ursprünglich 1906 — 1909 als Teil der Friedrichstadtpassage in der Oranienburger Straße in Berlin Mitte errichtet — einer modernen Einkaufspassage mit Glas Beton Konstruktion, die seinerseits architektonisch wegweisend war.
Zwischenkriegszeit & Zweiter Weltkrieg
In den 1920er und 1930er Jahren war das Gebäude zunächst als Warenhaus genutzt. Während der NS--Zeit und im Zweiten Weltkrieg diente es zeitweise anderen Zwecken -- unter anderem auch als Lager und in Teilen als Gefängnis. Trotz der Kriegsereignisse wurde es nicht vollständig zerstört.
Nachkriegszeit und DDR-Epoche
Nach 1945 verfiel das Gebäude komplex langsam; unterschiedliche Nutzungen wie Handwerksbetriebe, Gewerkschaftsschulen oder Hunde Schuhe Anstalten zogen ein und wieder aus. Ab den 1980er Jahren begann der teilweise Abriss der Anlage, und große Teile standen lange Zeit leer.
Besetzung und künstlerischer Aufbruch (1990—2000)
Ein zentraler Wendepunkt kam 1990, kurz nach dem Fall der Berliner Mauer: Nur zwei Wochen vor dem geplanten Abriss besetzte die Künstlerinitiative “Tacheles” die Ruine, verhinderte damit die Sprengung und setzte sich für den Erhalt des Bauwerkes ein. Aus dem Leerstand wurde ein lebendiger Ort für Kreative.
Der Name “Tacheles” — abgeleitet aus dem Jiddischen für “klare Worte sprechen” — wurde zum Symbol dieser eigensinnigen, unkommerziellen Künstlerkultur. Schnell entstanden Ateliers, Bars, Ausstellungsräume, Veranstaltungsflächen, einen Cafe und ein Kino. Das Gebäude wurde mit bunten Graffiti, Skulpturen und Kunst im Innenhof zum Magnet für Alternative Kunst, Subkultur und Touristen aus aller Welt.
1998 Sicherte die Künstlergruppe einen Mietvertrag mit der Fundus—Immobiliengruppe, zahlte symbolische Mieten und nutze die Räume weitgehend autonom.
Kulturelle Blüte & Beginn der des Niedergangs (2000er Jahre)
In den 2000er Jahren wurde Tacheles zu einem der bekanntesten Alternativen Kulturzentren Berlins. Mit Ausstellungen, Partys, Theater, Konzerten, Kinoabenden und Open Air Kunst wuchs der Internationale Ruf — über 300.000 Besucher pro Jahr wurden gezählt und das Haus galt als Inbegriff des Wiedervereinigten kreativen Berlins.
Doch die juristischen und wirtschaftlichen Spannungen blieben: Der Mietvertrag wurde 2008 gekündigt und bereits ab 2009 gab es wiederholte Räumungsaufforderungen durch neue Eigentümer.
Räumung und Wandel (2011— heute)
2011 wurde das Haus zwangsversteigert und nach langwierigen Rechtsstreitigkeiten übergab die Künstlergemeinschaft 2012 die Schlüssel friedlich an den Gerichtsvollzieher — damit endete eine über 20 - jährige Ära als autonomes Kunstzentrum.
Seit dem Verkauf des Grundstücks und dem Ende des Alternativen Kunstbetriebs für das Gelände in große Bau- und Sanierungsprojekte integriert: Heute finden sich dort Büro und Wohnflächen, Läden und Neubauten, während nur wenige originale Elemente des Kunsthauses erhalten geblieben sind.
Das Projekt
Harald Hauswald ist Fotograf und Künstler und hat das Kunsthaus Tacheles kurz vor der Wende, in den letzten 5000 Tagen der DDR, dokumentiert. In dieser Zeit entstanden Fotografien von besonderem historischen und kulturellen Wert.
Die Aufnahmen zeigen das Gebäude und seine Umgebung, bevor es zu einem international bekannten Kunst-Ort wurde. Harald Hauswald hielt Strukturen, Materialien und Stimmungen fest, die inzwischen verloren oder verändert sind, und verlieh seinen Arbeiten damit einen dokumentarischen Charakter, der sich deutlich von späteren Darstellungen unterscheidet.
Die Fotografien werden exklusiv einem ausgewählten Kundenkreis angeboten, wahlweise als Fine-Art-Baryt-Prints nach musealen Standards oder in digitaler Form. Jede Arbeit ist limitiert, signiert und zertifiziert.
Harald Hauswald verbindet in seinen Fotografien historische Dokumentation mit künstlerischer Qualität und bietet die Möglichkeit, ein authentisches Stück Berliner Geschichte aus der unmittelbaren Vorwendezeit zu erwerben.